Bornheimer Schüler zeichnen ihre Lehrerin aus

Am 26. September 2016 bekam Theresa Lammert aus Bornheim den Deutschen Lehrerpreis verliehen. Ich durfte vorab für den WDR mit ihr sprechen.

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Es ist die wohl höchste Auszeichnung, die Lehrer sich wünschen können: ein Preis, über den kein Gremium aus Pädagogen, sondern die eigenen Schüler entscheiden. Theresa Lammert vom Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Bornheim erlebt gerade genau das. Für ihr Engagement im und außerhalb des Unterrichts bekommt sie am Montag (26.09.2016) in Berlin den Deutschen Lehrerpreis verliehen.

Eine junge Frau und ein Mann mittleren Alters vor einer bewachsenen Wand

Preisträgerin Theresa Lammert und Schulleiter Christian du Bois

„In meiner Schulzeit habe ich in keinem Unterricht derart das Gefühl gehabt, zusammen eine Lernerfahrung zu machen, wie bei Frau Lammert.“ So lautet nur ein Lob, das die Schülerinnen und Schüler in die Bewerbung ihrer Lehrerin für den Deutschen Lehrerpreis geschrieben haben. Denn in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ schlagen die Lernenden die Preisträger vor.

Die Lehrerinnen und Lehrer wissen in der Regel nichts von der Bewerbung. Auch Theresa Lammert war völlig überrascht, als sie erfuhr, dass ihre Schüler sich nicht nur für sie beworben hatten, sondern dass sie auch auf offizieller Seite für den Preis nominiert worden war. Seit 2011 unterrichtet die junge Lehrerin Biologie und Chemie am Alexander-von-Humboldt Gymnasium. Daneben ist sie Beratungslehrerin in der Oberstufe.

Abi-Ball sehr bewegend

Eine Schule

Das Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Bornheim

Dass sie den Preis als eine von 16 Lehrkräften schlussendlich sogar erhält, hat Theresa Lammert per Brief erfahren. Darüber habe sie sich sehr gefreut – berührt habe sie aber ein ganz anderer Augenblick: „Viel bewegender war der Moment, als meine Schüler mir die Nominierung verkündet haben. Das war im Sommer beim Abi-Ball. Ich war wirklich wahnsinnig gerührt. So eine Form der Anerkennung kriegt man nur ganz ganz selten.“

Ein Grund für die Schüler, Theresa Lammert für den Deutschen Lehrerpreis vorzuschlagen, war ihr Unterricht. Der sei nicht nur  spannend, lebensnah und engagiert – Frau Lammert begegne ihnen dort außerdem immer mit einem gesunden Maß an Selbstironie.

Eine Lehrerin, die für einen da ist

Begeistert sind die Schüler auch von Frau Lammerts verständnisvoller und hilfsbereiter Art: „Sie hat sich immer wieder nach unseren Wohlergehen erkundigt. Und das ist wichtig. Dass man weiß: Man hat einen Lehrer, der für einen da sein kann. Jederzeit.“

Eine Schule

Alexander-von-Humboldt Gymnasium

Der Schulleiter des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Christian du Bois betrachtet den Deutschen Lehrerpreis dabei nicht nur als Auszeichnung für seine Kollegin: „Das macht mich auch ganz stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler. Schließlich haben sie Frau Lammert ganz eigeninitiativ vorgeschlagen. Das zeigt noch einmal, dass sie eine außerordentliche Lehrkraft ist.“

Über 4.500 Bewerbungen

Neben Theresa Lammert erhalten heute 15 weitere Lehrerinnen und Lehrer auf Initiative ihrer Schüler in Berlin die Auszeichnung. In der zweiten Kategorie „Unterricht Innovativ“ gewinnen den Preis sechs Pädagogen-Teams für besondere fächerübergreifende Projekte. Insgesamt mussten sich die Lehrkräfte gegen über 4.500 Mitbewerber durchsetzen.

Der Wettbewerb wird seit 2009 vom Deutschen Philologenverband und der Vodafone Stiftung Deutschland organisiert. Er soll vor allem die Leistungen von Lehrkräften und Schülern öffentlich würdigen.

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